Tschüss IVS

Es ist nun schon acht Jahre her, daß uns das Schreiben der DRV erreichte, welches uns mitteilte, daß wir fortan als selbständig zu gelten hätten. Was einen Empörungssturm auslöste, und in der Gründung des IVS im Frühjahr 2006 gipfelte.

Da sich in den letzten -ja, man kann schon sagen- Jahrzehnten so viel Unmut angestaut hatte, war der Tatendrang groß und wir wollten alle Probleme auf einmal lösen. Allerdings war die Entschlossenheit dann doch nicht so groß, daß wir die dazu nötigen Schritte konsequent gegangen wären.

Jetzt, fast acht Jahre nach Gründung des IVS wurde es für mich Zeit zurück zu blicken. Was wollten wir wie erreichen, und was wurde erreicht? Ich will hier nur die wichtigsten Punkte herausgreifen.

Die Sozialversicherung

Uns war klar: Die einzig gesetzeskonforme Abrechnungsart ist die Unständige. Nun hatte aber die DRV aus heiterem Himmel die Selbständigkeit beschlossen. Nach einigen Gesprächen mit dem Herrn der DRV wurde das dann auch relativiert -wahrscheinlich wußte er durchaus, daß wir recht hatten- und am Ende kam das völlig schwachsinnige 16-Fälle-Modell dabei heraus. Es gab mehrere Versuche -auch von mir- die Lage über ein Statungsfeststellungsverfahren schnell zu klären, aber die DRV mauerte so schön, wie es eben nur eine Behörde kann.

Irgendwann stellten wir halt fest, daß es keinen Sinn hat zu verhandeln, und es kam das 4-Schritte Modell. Einspruch bei der entsprechenden Krankenkasse – Ablehnung – Widerspruch – Klage gegen Widerspruch vor dem Sozialgericht. Das alles hat uns bereits viel zu viel Zeit gekostet. Allein der „normale“ Weg dauert 3 Jahre bist zum Sozialgericht, danach 3 Jahre zum Landessozialgericht, und dann wiederum mindestens 3 Jahre zum Bundessozialgericht. Also, mit insgesamt 10 Jahren kann man da schon rechnen.

Wir haben seit 2012 die ersten Urteile des Sozialgerichtes. Da kann sich, glaube ich, jeder selbst ausrechnen, wie lange das noch dauern wird. Hätten wir damals gleich den Klageweg beschritten, wären wir heute schon wesentlich weiter.

Ich habe mal vorgerechnet, daß wir, wenn jeder nach jedem Termin Klage beim Sozialgericht einreicht, 90.000 Fälle pro Jahr produzieren würden. (http://blog.lutz-schnell.de/?p=63) Damit hätten wir die Harz IV-Klagen locker übertroffen. So hätte man Aufmerksamkeit erzeugen können!

Die Klagen gegen die Abtretungsverträge

Drüber haben wir seit Juli 2008 nichts essentielles mehr gehört. Gut, ab und zu kommt mal ein zwischenzeitliches Urteil wie zuletzt im Fall Off, aber im wesentlichen sind wir noch keinen Schritt weiter. Im Gegenteil: Die Abtretungs“verträge“ werden immer umfangreicher und zudem immer unverschämter abgefasst. Und dabei entsteht zur Zeit ein komplett neuer Markt namens Streaming, den wir gerade verpennen, denn diese Prozesse sind nur rückwärtsgewandt. Für die Zukunft müßten wir endlich eigene AGB’s entwickeln (lassen), die genau bezeichnen wer was mit unserer Sprache zu welchem Preis unter welchen Bedingungen machen darf und was nicht!

Und dabei haben wir sogar einen arrivierten Fachanwalt für dieses Gebiet. So einen Entwurf könnte man sicher schon für relativ kleines Geld von ihm bekommen. Das einzige was wir machen müßten, wäre diese AGB’s durchzusetzen, oder gegebenenfalls zu verhandeln. Dann aber -wie man heute so schön sagt- auf „Augenhöhe“, und nicht als Befehlsempfänger („Unterschreib das, oder geh wieder nach Hause“)!

Die GVL

Seit der Umstellung auf das neue Artsys-System funktioniert gar nichts mehr. Dieses System ist so dilettantisch, daß es extrem arbeitsaufwendig ist seine Mitwirkungen zu melden, und in einigen Fällen so gut wie unmöglich. Und seit Februar 2013 (also mittlerweile seit einem Jahr!!!) wird gar keine Sendung mehr in das System eingetragen, weil die ihre Datenbank einfach nicht in den Griff kriegen.

Bei einer Vorstandssitzung Anfang des Jahres 2013 hatte ich angeregt, der GVL durch einen offiziellen Brief des IVS ein bißchen Druck zu machen. Erste Reaktion: „Ja, gut, schreib mal.“ Zwei Monate später: „Nee, das sollten wir nicht als Verband machen. Vielleicht ist es besser, wenn das viele einzeln machen.“ Dazu brauche ich keinen Verband!!!

Was dazu umso kurzsichtiger ist, da die Drohung eine eigene Verwertungsgesellschaft zu gründen ihr Ziel mit Sicherheit nicht verfehlt hätte, da „nebenan“ gerade das passiert.

Und überhaupt…..

…wundere ich mich über so einiges. So zum Beispiel über die Kooperationspartner, welche auf der Homepage genannt werden. Das ist zum einen der BVDSP (Bundesverband deutscher Synchronproduzenten). Nicht nur, das der IVS gegen ein Mitglied dieses Verbandes stellvertretend einen Prozess wegen der Rechteabtretungen führt, nein andere Mitglieder des BVDSP sind diesem Prozess als Intervenenten beigetreten um die Prozesskosten in die Höhe zu treiben, in der Hoffnung den IVS ausbluten lassen zu können.

Und dieser Verband wird als „Kooperationspartner“ auf der Homepage genannt?!

Ebenso frage ich mich, in welcher Form – und vor allen Dingen mit welchen Ergebnissen – eine „Kooperation“ mit der GVL stattfindet.

Und dann ist da noch die (nicht)Kommunikation mit den Mitgliedern. Das Forum könnte man bei ca. einem Beitrag alle 2 Monate auch schließen.

All das hat mich bewogen aus dem IVS, zu dessen Gründungsmitgliedern ich immerhin gehöre, zum 31.12.2013 auszutreten.

 

 

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